Wenn Ihre IT-Abteilung oder eine alte Gewohnheit Ihnen sagt, jedes Passwort alle 90 Tage zu ändern, mag die moderne Antwort Sie überraschen: bei den meisten Konten nicht. Die Sicherheitsempfehlungen haben sich verschoben. Dieser Leitfaden erklärt, wie oft Sie ein Passwort wirklich ändern sollten, warum der erzwungene Wechsel aufgegeben wurde und was Sie stattdessen tun sollten.
Die kurze Antwort
Ändern Sie ein starkes, einzigartiges Passwort nicht nach einem festen Zeitplan. Ändern Sie es nur, wenn es einen echten Grund gibt. Das ist der aktuelle Konsens von Sicherheitsstellen wie NIST, das bereits 2017 die Empfehlung zum routinemäßigen Wechsel gestrichen hat. Ein starkes Passwort, das Sie behalten und durch Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen, ist besser als eine Reihe schwächerer, die Sie immer wieder neu erfinden müssen.
Warum „alle 90 Tage ändern" nach hinten losgeht
Die alte Regel klang vernünftig, aber in der Praxis hat sie die Lage verschlechtert. Wenn Menschen gezwungen werden, Passwörter oft zu ändern, erfinden sie keine starken neuen. Sie nehmen kleine, vorhersehbare Änderungen vor — aus Spring2026! wird Summer2026! — und nutzen Muster über mehrere Konten hinweg. Das Ergebnis sind schwächere, leichter zu erratende Passwörter und mehr Mehrfachnutzung, also genau das, worauf Angreifer setzen.

Wann Sie ein Passwort tatsächlich ändern sollten
Ein Wechsel sollte durch Ereignisse ausgelöst werden, nicht durch den Kalender. Ändern Sie ein Passwort sofort, wenn:
- Der Dienst ein Datenleck meldet oder Sie Ihr Konto in einem solchen finden.
- Das Passwort schwach, mehrfach genutzt oder geteilt ist.
- Sie unbekannte Anmeldungen oder Aktivitäten am Konto bemerken.
- Sie es auf einer Phishing-Seite oder einem nicht vertrauenswürdigen Gerät eingegeben haben.
- Sie es jemals an jemanden geschickt haben, auch an sich selbst, per Chat oder E-Mail.
In jedem dieser Fälle ändern Sie es sofort und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
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Das routinemäßige Ändern ist die falsche Gewohnheit. Diese drei sind die richtigen:
- Nutzen Sie für jedes Konto ein einzigartiges Passwort. Ein Passwort-Manager erzeugt und speichert lange, zufällige Passwörter, sodass Sie nie eines wiederverwenden oder vergessen.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie blockiert ein gestohlenes Passwort schon allein, was weit mehr zählt als die Häufigkeit eines Wechsels.
- Überwachen Sie Datenlecks. Dann wissen Sie genau, wann ein bestimmtes Passwort wirklich geändert werden muss, statt nach einem Zeitplan zu raten.
Das Fazit
Die ehrliche, aktuelle Antwort auf „wie oft sollte ich mein Passwort ändern" lautet: nicht nach einem Zeitplan — nur, wenn etwas passiert. Der erzwungene Wechsel war gut gemeint, aber er hat Menschen zu schwächeren, wiederholten Passwörtern gedrängt. Tauschen Sie diese Gewohnheit gegen starke, einzigartige Passwörter, einen Manager, der sie verwahrt, und die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Genau das hält Konten 2026 wirklich sicher.
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